Als Kind der 80er hing auch bei mir ein Lamborghini Countach an der Wand – weiß, kantig, unerreichbar. Deshalb war ich sofort begeistert, als mir diese Poster- Ikone auf dem Cover von Neon Rides wieder begegnete. Der Bildband, entstanden in Zusammenarbeit mit dem legendären Petersen Automotive Museum, versteht sich dabei nicht nur als Sammlung von faszinierenden Automobilen, sondern als visuelle Auseinandersetzung mit einer Zeit des Umbruchs zwischen analoger und digitaler Welt, geprägt von keilförmigen Designs, Turbo-Träumen und einem Hang zum Exzess. Genau diese Mischung feiert das Buch mit einer Auswahl von Ikonen und Außenseitern – vom Countach bis zu schrägen Konzeptfahrzeugen. Ergänzt wird das Ganze durch kurze( englische) Texte, die dir den Kontext liefern.
Die Autos werden inszeniert wie Kunstobjekte, isoliert im weißen Studio, ohne Ablenkung. Jedes Fahrzeug brutal scharf und kompromisslos detailreich. Du siehst nicht nur Formen und Linien, sondern auch Kratzer, Patina, Gebrauchsspuren. Die Fotografie macht die Auto-Träume greifbar, fast haptisch.
Zwischen den Kapiteln tauchen immer wieder Exkurse zu Mode, Design und Popkultur auf. Kann man mögen, muss man nicht. Ich persönlich hätte lieber noch mehr Autos gesehen. Aber: Es gehört zum Konzept. Und das ist extrem gelungen.
Zurück in die 80er und 90er: Autos, die Stil, Speed und ein bisschen Größenwahn neu erfanden.