SmartWeekly 23.01.2026 | Page 6

Aktuell 06

Dominik Maier, Mitgründer und Managing Director von nunc.

4 FRAGEN AN …

„ Warum muss es so kompliziert sein, konstant guten Kaffee zuzubereiten?“

Dominik Maier ist Mitgründer von nunc. – einem Startup, das die Siebträgermaschine neu denkt. Im Interview spricht er über das Zusammenspiel von Design & Technologie und der Idee eines integrierten Baristas.

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Welcher Moment hat euch zur Gründung von nunc. inspiriert?

„ Drei Gründer mit sehr unterschiedlichen Perspektiven auf Kaffee – Marius, Markus und ich – hatten alle Siebträgermaschinen zu Hause und dennoch dieselbe Erfahrung: Die Qualität aus dem Lieblingscafé erreicht man dort nur mit viel Wissen, Zeit und Übung. Aus meiner Business-Perspektive wurde schnell klar, dass die Branche stark in Silos denkt. Einer entwickelt die Mühle, ein anderer die Maschine – aber kaum jemand denkt konsequent vom Nutzer aus.

Marius brachte seine Erfahrung aus Hardware, Software und Daten ein, Markus sein tiefes Verständnis der Kaffeewelt und seine Zeit in Brasilien. Uns verband die zentrale Frage, warum es so kompliziert sein muss, konstant guten Kaffee zuzubereiten. Daraus entstand die Idee, nunc. von Anfang an als Ökosystem zu denken. Unser Ziel war es, die Qualität der Siebträgerwelt mit der Einfachheit und Verlässlichkeit moderner Systeme zu verbinden – mit schnellem Hopperwechsel, intelligenter Automatisierung und einem integrierten Barista. Kurz: Der Kunde steht im Mittelpunkt.“

� Siebträger und Mühle kommunizieren bei nunc. via Bluetooth.

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Auf welche Design- Entscheidung seid ihr besonders stolz?

„ Wir haben uns bewusst für ein reduziertes, minimalistisches Design entschieden – als klaren Gegenpol zu den oft technisch überladenen, chromlastigen Maschinen am Markt. Entscheidend war für uns die sinnvolle Verbindung von physischen und digitalen Touchpoints. Das haptische Ritual des Siebträgers bleibt erhalten, das Rätselraten verschwindet.

Unter der Haube steckt sehr viel Technologie, und dennoch passt das gesamte System auf die Fläche eines A3-Blatts. Diese technische Verdichtung bei maximaler Klarheit nach außen war eine der wichtigsten Designentscheidungen. Der größte Nutzen entsteht durch unsere dynamische Gelinggarantie. nunc. lernt aus jedem Shot, prognostiziert Brühparameter auf Basis vorheriger Bezüge und optimiert kontinuierlich das Ergebnis in der Tasse.

Im Alltag zeigt sich das sofort: Bohnenwechsel dauern Sekunden statt Minuten, Nutzer entdecken die Vielfalt der Kaffeewelt ohne tiefes Fachwissen. Die Maschine reagiert auf reale Bedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Bohnenschwankungen. Das Ergebnis ist konsistent und reproduzierbar.“

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Was hat es mit dem „ Manuellen Modus“ auf sich?

„ Der manuelle Modus richtet sich an alle, die noch tiefer einsteigen möchten. Nutzer können eigene Parameter definieren, Shot-Daten wie Flowprofile, Druck und Temperatur einsehen sowie Rezepte speichern und teilen. Die Einführung ist für dieses Jahr geplant.“

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Hat Apple das Design beeinflusst?

„ Unsere Designsprache orientiert sich klar an der europäischen Gestaltungstradition, wie man sie von der HfG Ulm oder Marken wie Braun und Leica kennt. Apple war für uns weniger formale Inspiration als vielmehr ein Vorbild für Prinzipien: radikale Einfachheit, intuitive Nutzung und ein durchgängiger Ökosystem-Gedanke. Hardware, Software und Service greifen inein ander. Unser Anspruch ist vergleichbar: richtig guten Kaffee für mehr Menschen zugänglich zu machen.“

Was nunc. so besonders macht