SmartWeekly 30.10.2026 | Page 12

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DESIGN-SCOUT

Das analoge Megadisplay

Von Michael Hüttinger

18 Meter breit, 5,5 Meter hoch und kein einziges Pixel: Kodak beherrschte die Kunst des großen Auftritts. Heute brauchen wir riesige LED-Wände, hochauflösende Displays und Millionen von Pixeln, um Menschen mit Bildern zu beeindrucken. Kodak schaffte das schon 1950 – ganz ohne Bildschirm. Im New Yorker Grand Central Terminal hingen damals gigantische, hinterleuchtete Farbfotografien, die mit ihren 18 mal 5,5 Metern selbst heutige Fernseher ziemlich mickrig aussehen lassen. Die sogenannten Coloramas waren technische Meisterleistungen: Spezialkameras, aufwendig gefertigte Großformat-Dias und eine gewaltige Beleuchtungsanlage machten aus gewöhnlichen Fotografien leuchtende Bildwelten. Und das zu einer Zeit, als Farbfernsehen noch längst nicht selbstverständlich war.

Der Bildband Kodak Colorama Archive aus dem gestalten Verlag holt dieses analoge Hightech-Spektakel zurück. Zwei Bände, 528 Seiten und 287 Fotografien dokumentieren, wie Kodak zwischen 1950 und 1990 nicht nur für seine Filme warb, sondern ganz nebenbei die Möglichkeiten visueller Inszenierung auslotete.